Aufgewachsen auf einem Bergbauernbetrieb und heute Bewirtschafter desselben weiss ich, wie hart ein langer Schulweg für Bauernkinder von abgelegenen Höfen ins Thal sein kann. Ich habe zwar Verständnis dafür, dass ein Gemeindepräsident die kommunalen Finanzen im Blick hat. Was hier aber Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (CVP) mittels Beschwerdeführung beim Verwaltungsgericht vollzogen hat, kann nicht angehen.

Faktisch versucht er, die Gemeindekasse von Herbetswil auf dem Buckel der Bergbauernkinder zu sanieren, nur um einige tausend Franken mehr vom Kanton zu erhalten. Er nimmt damit in Kauf, dass die Kinder einen doppelt so langen Fussweg (über 6 km) machen müssten, wäre mal kein Autofahrdienst zur Verfügung.

Die Forderung Müller’s, ein längerer Schulweg mittels Auto sei zumutbar, ist nicht nur unsozial, sondern auch ökologisch fragwürdig. Nachdem Herr Müller vor Gericht verloren hat, bleibt zu hoffen, dass er selber und nicht die Gemeinde, für die Gerichtskosten aufkommt.

Beat Künzli, Gemeinderat und Kantonsrat

15.07.2018 | 2855 Aufrufe