Eine sehr spannende, emotionale und von vielen Überraschungen geprägte Fussball-WM gehört der Vergangenheit an. Sicher, es bleiben einige spektakuläre Szenen und etliche wunderbare Tore in Erinnerung. Was aber bleibt uns Schweizern von dieser WM am meisten hängen?

In vielen Leserbriefen und Kommentaren konnte man dazu einen Eindruck gewinnen. Von einem uninspirierten und emotionslosen, ja enttäuschenden Auftritt unserer Nati war die Rede. Viel, sehr viel wurde über die Doppeladlergeste geschrieben. Oder die lustlosen Auftritte von Xhaka und Shaqiri nach dem Serbien-Spiel. Aber warum all dies?

Es gab ausser den Schweizern kaum eine Mannschaft an der WM, welche die Nationalhymne nicht mit Inbrunst, von Herzen und aus voller Kehle mitsang. Ja, oft legten sie gar noch die rechte Hand auf ihre stolze Brust. Was ist aber, wenn man sich nicht zu dem Land dazugehörig fühlt, für welches man spielt? Wenn man deshalb die Hymne nicht singen will, kann man dann anschliessend im Spiel für dieses Land alles geben? Auf Shaqiri’s Schuhen prangert die Kosovo-Flagge. Identifiziert er sich so mit dem Schweizer-Nationalteam? Oder will er nur für die Schweiz spielen, weil er sich den grösseren Erfolg und eine bessere Vermarktung erhofft?

Man darf sich auch fragen, ob wohl Shaqiri und Co. bei einem Weltmeistertitel auch ihre Freudenrunden mit der Schweizerfahne in der Hand durchs Stadion gedreht hätten, wie es die Franzosen taten? Bei Ihnen wäre wohl eher die Selbstinszenierung im Vordergrund gestanden.

Es ist deshalb völlig legitim, wenn der Generalsekretär des SFV die Frage stellt, ob man in Zukunft auf Doppelbürger in der Mannschaft verzichten will. Dafür braucht sich niemand zu entschuldigen. Solche Fragen dürfen nicht tabu sein!

Ist es nötig, dass Konflikte durch Spieler mit Migrationshintergrund dadurch in unser Land transportiert werden? In Zürich und Basel führten die Jubel-Gesten «unserer Spieler» zu brutalen Ausschreitungen.

Immerhin hat die Schweiz diesen Spielern ein neues Zuhause, Sicherheit und Perspektiven geboten. Und nicht nur das. Man hat sehr viel Zeit und Geld in diese unbestrittenen Talente gesteckt. Und sie danken es mit provokativen Symbolen und Interviews, in welchen sie den Albanern, den Kosovaren und allen ihren Verwandten danken, dabei aber jene vergessen, welche sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Gelungene Integration aber sieht anders aus.

Ein Leserbriefschreiber hat es folgendermassen treffend formuliert: «Nationalhymnen und eine Portion Patriotismus gehören zu Fussballweltmeisterschaften wie Salz und Pfeffer zu einem guten Essen».

Die Kroaten, ein Land mit halb so vielen Einwohnern wie die Schweiz, haben es vorgemacht: Totaler Einsatz, Kampfeswille, Teamgeist, Leistungsbereitschaft und Nationalstolz trieb diese Mannschaft bis in den Final - unglaublich!

Ich für mich könnte ganz gut damit leben, wenn künftig Spieler, welche nur den Schweizer-Pass besitzen, aufgeboten würden. Unsere Landeshymne würde wieder gesungen und auch mein Herz würde sich wieder riesig über jeden Match unserer Nationalmannschaft freuen – selbst bei Niederlagen!

 

Beat Künzli, Kantonsrat, Laupersdorf

01.08.2018 | 211 Aufrufe