Sind wir doch einmal realistisch. Wenn wir 1984 hätten festlegen sollen, wie viel Energie man 2017 verbraucht, hätte niemand die Realität erahnen können, in der wir heute leben – Der Siegeszug des Computers, das Aufkommen von Mobiltelefonen, elektrisch betriebene Wärmepumpen etc. Bei so viel Ungewissheit derart massiv in den Markt einzugreifen und die Verschandelung der Landschaft in Kauf zu nehmen, finde ich falsch.

Um ein Kernkraftwerk zu ersetzen, braucht es in etwa 1000 Windkrafträder, und das stimmt auch nur wenn es windet.

Die Energiestrategie ist ein Projekt von und für Politiker und Interessenvertreter: Man setzt Ziele auf einen Zeitpunkt, wo man längst nicht mehr verantwortlich ist. Weiter verteilt man das Geld bereits heute und macht Steuergeschenke an anfänglich gewichtige Gegner. Die Konkretisierung der nötigen und wohl drastischen Massnahmen verschob man elegant hinter den Abstimmungstermin. Der Souverän erfährt also erst nach der Abstimmung, wer im ersten Massnahmenpaket wie viel bezahlt.

Die Energiestrategie ist ein planwirtschaftliches Experiment, welches weitgehend vom Mittelstand und den Mietern finanziert werden muss. Wir gefährden mit diesem idealistischen Projekt die Versorgungssicherheit. Darum: „Nein“ zur Energiestrategie 2050.

Matthias Borner, Kantonsrat, Olten

03.05.2017 | 181 Aufrufe